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Macchi C.200 - ein Nachbau in völliger "Eigenregie" PDF Drucken E-Mail
Bewertung: / 4
SchlechtSehr gut 
Beigesteuert von Michael Rennhack   
Mittwoch, 19. Oktober 2011

macchi_c_200_______3Die C.200 „Saetta“ (Pfeil) war ein einsitziger Jäger des italienischen Herstellers Aeronautica Macchi (sprich: Macki), ausgelegt als freitragender Ganzmetalltiefdecker mit einziehbarem Fahrwerk, Erstflug 1937.

Eingesetzt wurde die C.200 anfangs im Abessinienkrieg, später zur Heimatluftverteidigung und ab 1942 überwiegend nur noch zur Schulung. Die Saetta wurde von einem FIAT 14-Zylinder Doppelstern mit 870 PS angetrieben. Nach nur 1.153 gebauten Exemplaren gaben die Italiener den Sternmotor als Jägerantrieb aber auf und nutzten für die Nachfolgemuster Lizenzfertigungen des deutschen DB 601 / 605 V12.
.....mehr unter "Weiter" ....

 

 

macchi_c_200______2

 

 Dennoch war die C.200 eine fortschrittliche Konstruktion ihrer Zeit (sie soll im Sturzflug bereits 800 km/h erreicht haben, mit offenem Cockpit !!), der die Macchi-Ingenieure einige Besonderheiten mitgaben: Um das Drehmoment des Motors auszugleichen, hatte die linke Fläche 20 cm mehr Spannweite.

Dazu wählte man ein modernes Profil mit sehr engem Nasenradius und weit zurückliegendem Druckpunkt. Das Profil war wohl extrem widerstandsarm und damit verantwortlich für die guten Flugleistungen der C.200.

Den Motor legten die Ingenieure ungewöhnlich tief unter die optische Mittelachse des Flugzeuges, vermutlich um die Massenkonzentration auf einer Linie zu halten (Wendigkeit) und dem Piloten beim Rollen am Boden eine bessere Sicht zu ermöglichen. Auch für die Ölkühlung, über die bei Sternmotoren sehr viel Wärme abgeführt werden muss, hatte man eine spezielle Lösung: Um einen separaten Ölkühler zu sparen, bestand der Einlaufring der Motorhaube aus Messinglamellen, auf deren Rückseite das Motoröl im Kreis gepumpt wurde. Natürlich durften die Messinglamellen nicht lackiert werden, weshalb man den „goldenen Nasenring“ bei allen C.200 sieht!

Mir gefiel dieser etwas andere Jäger auf Anhieb, und da ich immer schon vorhatte, ein Unikat als eigene Konstruktion auf die Beine zu stellen, war die C.200 gerade recht:

Es gibt davon weder Baupläne noch gar Baukästen, ARF’s sowieso nicht. Den 75 ccm SAITO 3-Zylinder Stern hatte ich günstig erworben, Dokumentationsunterlagen waren ausreichend vorhanden, also ging es 2008 mit dem Zeichnen los.

rumpfbau

Der Motor gab mit Leistung und Abmessungen den Maßstab 1:4,3 vor, das würde 240 cm Spannweite ergeben. Im Winter 2010/2011 wurde es dann konkret: Eine Kasten-/Fachwerkkonstruktion aus Balsa-Sperrholz-Sandwichplatten nimmt die Hauptkräfte (Motor, Flächen, Fahrwerk) auf, die Fläche ist bis zum Fahrwerk fest mit dem Rumpf verbunden, der hintere Rumpf ist ein Stäbchen/Fachwerkaufbau, die äußeren Flächen sind in Styro/Balsa ausgeführt und über Steckungsrohre verbunden. Eine dünne Balsabeplankung über den formgebenden Spanten und Rippen ergibt die äußere Hülle.

 

Das Fahrwerk ist ein Mix aus Elementen bekannter Einziehfahrwerkshersteller, pneumatisch eingezogen werden die Beine vollständig von vier Klappen abgedeckt. Der Motor läuft nach gewissen Anfangsschwierigkeiten (4 frustrierende Erstflugversuche!) jetzt top, eine 23 x 10 Holzschraube bringt er auf 6.000 UpM, das garantiert originalgetreues Flugbild und echten Warbird-Sound. Profil und aerodynamische Grunddaten entsprechen dem bei Scale-Warbirds üblichen Standard, daher flog die C.200 von Anfang an problemlos und mit minimalen Trimmkorrekturen. Vier Spreizklappen, insgesamt 120 cm breit, verringern die Landegeschwindigkeit enorm, was bei 15 kg Lebendgewicht aber auch nötig ist.

Der Pilot übrigens muss bei mir echtes Jobsharing machen: Wenn er nicht in der C.200 sitzt, ist er für die Fokker DR 1 verantwortlich!
(weitere Bilder befinden sich in unserer "Galerie / Modelle")

P.S. Die schönen Bilder des fertigen Modells hat Vereinskamerad Jens Schrader geschossen - danke !!

macchi_c_200_____1

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 20. Oktober 2011 )
 
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